Tablet auf Tisch mit Lesebrille

Schülertablets im Unterricht – Eine Bereicherung?

Wie ihr sicherlich schon mitbekommen habt, ist es für uns Schüler am HLG im Verlauf der 10. Klasse verpflichtend, für den Unterricht ein Tablet zu besorgen. Wir haben für euch einige Informationen und persönliche Erfahrungen gesammelt, um euch einen Einblick in das Schulleben mit dem Tablet zu geben.

Das Benutzen der Tablets bringt einige Vorteile mit sich: Dabei steht im Vordergrund, statt den gewohnten Heften und Ordnern, ein digitales Mittel für die Mitarbeit im Unterricht benutzen zu können. Der Papierverbrauch wird eingeschränkt, das Verwalten von Hefteinträgen einfacher gestaltet, Hefte und Arbeitsblätter können nicht mehr so einfach daheim vergessen werden, das Gewicht des Schulranzen wird geringer. Alles ist an einem Ort zugänglich und einfach zu überblicken.
Doch die Tablets sind nicht nur ein Ersatz, sondern auch eine Ergänzung zu unseren bisher bekannten Heften und Ordnern. So ist es uns beispielsweise möglich, unseren eigenen Bildschirm per Cynap-Box auf die großen Bildschirme der Schule zu projizieren und so der Klasse unsere Notizen oder Hefteinträge einfacher vorzustellen. Dies ist per WLAN-Verbindung möglich, wobei wir uns mit dem extra für Schüler eingerichteten „HLG-Logo“-WLAN verbinden dürfen. Lehrer können Klassen bzw. Schülergruppen freischalten oder ihnen den Zugriff zum Internet verweigern. Im Normalfall ist die Nutzung des Internets also nur zu Recherchezwecke innerhalb des Unterrichts möglich.
Auch kann man mit Funktionen wie Quickshare oder Airdrop Dokumente an Geräte in der Nähe zu senden – teilweise sogar ohne Internetverbindung. Das Problem hierbei ist, dass eine Übertragung von Apple zu Samsung über die Systeminternen Programme nicht möglich ist. Es ist also sinnvoll, sich mit Klassenkameraden nach Möglichkeit auf denselben Hersteller zu einigen. Als Ersatz können allerdings Programme wie Pairdrop genutzt werden.
Natürlich gibt es bei diesem Thema auch kritische Stimmen. Das Argument, welches man wahrscheinlich am häufigsten zu hören bekommt, ist die ständige Ablenkung durch die Tablets – und das völlig zurecht. Es ist schließlich auch ziemlich verlockend, sich mit den quasi unendlichen Möglichkeiten des Internets zu beschäftigen, statt im Unterricht aufzupassen. Da man die meisten Tablets auch aufstellen kann, ist es umso einfacher, dies heimlich zu machen. Dennoch kommt man ab der 10. Klasse dann doch in ein Alter, in dem man genug Selbstdisziplin haben sollte, um einzuschätzen, wie viel Aufmerksamkeit es braucht. Wer im Unterricht nicht aufpasst, wird Probleme haben, den Stoff zu verstehen, und muss ihn sich im schlimmsten Fall selbst oder per Nachhilfe beibringen.
Neben der Ablenkung bringt der Einsatz von Tablets auch andere Gefahren mit sich. Wenn alles digital gespeichert wird, ist es zwar an einem Ort, aber so auch anfälliger für Verlust durch Software- und Bedienungsfehler oder Diebstahl. Dem kann man durch eine gute Backupstrategie entgegenwirken. Drei Orte sind für gute Backups empfehlenswert: auf dem Gerät, in der Cloud und auf einem anderen Speichermedium. Wichtig für den Einsatz einer Cloud ist, dass die Schul-Officezugänge nach dem Schulbesuch ablaufen, es gab auch schon Fälle von Datenverlusten an Schulen über die Ferien. Bekanntes Zitat zu dem Thema: „There’s no cloud, only someone else’s computer“. Außerdem ist Malwarebefall jederzeit möglich.
Inzwischen sind die Tablets nicht mehr aus dem Unterricht wegzudenken, da die Lehrer oft ihre Arbeitsblätter nur noch auf mebis bereitstellen und Rechercheaufträge in ihre Aufgabenstellungen integrieren. Somit wird den Schülern das eigenverantwortliche Recherchieren in einem kleinen Rahmen beigebracht, was später in einem Studium dringend benötigt wird.
Auch durch Onlinesimulationen können sonst nur schwer vorstellbare Themen, vor allem im Fach Chemie, anschaulicher gestaltet werden. So gibt es zum Beispiel die Website Molview, mit deren Hilfen man Moleküle bauen kann. Des weiteren nutzen Lehrer auch gerne Tools wie Mentimeter, um Abstimmungen zu durchzuführen oder Ideen zu sammeln.
Am beliebtesten bei den Schülern ist jedoch wahrscheinlich das Onlinequiz Kahoot. Bei diesem können Schüler auf Zeit gegeneinander Aufgaben zu den im Unterricht behandelten Themen lösen. Mit dem weniger bekannten, aber mittlerweile immer öfter benutzten Quizlet können Vokabeln in Spielen abgefragt werden. Durch solche Anwendungen kann das Lernen durchaus spaßiger und einfacher gestaltet werden.
Auch wir besitzen seit Mitte 2023 Tablets und möchten die Gelegenheit nutzen, über unsere Erfahrungen zu berichten.
Als erster Schritt nach dem Kauf des Tablets folgt die Auswahl der Software: Welche eignet sich also am besten als Ersatz zu Heften und Ordnern?
Naheliegend wäre natürlich das altbekannte Microsoft Word, der Klassiker zum Erstellen von Textdateien. Dadurch dass uns die Lizenz zur Nutzung von Microsofts Produkten von der Schule zur Verfügung gestellt wird, haben wir auch Zugang zu Word. Jedoch sind wir nicht wirklich von der Umsetzung dieser Software auf Tablets überzeugt: Word ist auf dem Tablet enttäuschend unhandlich gestaltet. Texte können kaum per Stift geschrieben werden, stattdessen wird eine Tastatur vorausgesetzt. Will man doch etwas in seine Notizen zeichnen, gestaltet sich das mit den eingeschränkten Möglichkeiten und unzureichender Performance (trotz neuen und leistungsstarken Geräten) als ziemlich schwierig. Auch die Bearbeitung von von Lehrern erstellten Dateien ist nicht immer so leicht möglich: Formatierungsfehler, Probleme beim Speichern und plötzlich verstellte Einstellungen kommen zu oft vor, um wirklich produktiv mit Word auf dem Tablet zu arbeiten.
Was ist nun also eine bessere Alternative?
Man sollte stattdessen eine Notizen-Software nutzen. Bei Microsoft heißt diese OneNote.
Auf den meisten Samsung-Geräten ist Samsung Notes bereits vorinstalliert. Es bietet die Möglichkeit, Ordner für jedes Fach anzulegen, Notizen zu PDF zu konvertieren. Nur das Zeichnen im Mathematikunterricht gestaltet sich als schwierig: Formen und Graphen muss man erst mit dem Stift zeichnen, danach kann man sie vom Programm nachfahren und verbessern lassen. Allzu genau kann man damit aber nicht arbeiten, denn die dadurch entstandenen Formen lassen sich nicht mehr verzerren oder transformieren. Grundsätzlich ist Samsung Notes aber unserer Meinung nach eine der besten möglichen Programme für Android Nutzer.
Die meisten unserer Mitschüler mit Apple Geräten nutzen das Programm Goodnotes. Leider können wir euch hierbei nicht aus eigener Erfahrung Informationen zur Verfügung stellen, da wir alle Samsung Nutzer sind. Aus der Anzahl an Schülern, die dieses Programm nutzen, lässt sich aber schließen, dass Goodnotes eine der besten Optionen für Apple Nutzer ist.
Auch wenn die Tablets neben den Vorteilen auch einige Probleme mit sich bringen, steht es außer Frage, dass diese in den nächsten Jahren immer unverzichtbarer werden werden. Wer also auf das Ende der Mittelstufe zugeht, kann sich definitiv auf die Tablets freuen; Letzten Endes sind sie für uns und auch für die Lehrer eine Bereicherung.

 

Autoren: DanielL, JohannesG (Klasse 11)

Beitragsfoto: Pixabay